UV-Serviceportal: Entscheidender Schritt
Die Aufforderung des Gesetzgebers, viele Verwaltungsdienstleistungen spätestens 2022 online anzubieten, nutzt die SIGUV-Anwendergemeinschaft dazu, weitere Weichen für die Online-Zukunft zu stellen.
Die ersten drei Pilotanwendungen des Onlinezugangsgesetzes (OZG) (Einreichung einer Unfallanzeige, Anmeldung eines Unternehmens, Versicherten Self Service) bedienen die zahlenmäßig wichtigsten Personengruppen, nämlich Versicherte und Mitgliedsbetriebe. Zukünftig können diese Personengruppen Online-Meldungen über ein gemeinsames Internet-Portal abgeben. Das ist bei SIGUV teilweise schon seit Jahren möglich, nämlich über die einzelnen Portale der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen, und wurde nun in einem Guss zusammengefasst.
Im Gegensatz zu bisherigen Portalen entfällt zukünftig eine individuelle Portal-Anmeldung für dazu geeignete Meldungen. Das hohe Sicherheitsniveau wird durch geeignete Algorithmen und Mechanismen, den sog. technischen und organisatorischen Maßnahmen gemäß Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sichergestellt. Davon profitieren alle:
- Für Versicherte und Mitgliedsbetriebe entfallen Hürden beim Umstieg von klassischen Papier- auf moderne Online-Verfahren, was die Nutzer-Akzeptanz steigert.
- Für Unfallversicherungsträger entfällt manueller Erfassungsaufwand bisher verbliebener Papiermeldungen sowie die individuelle Kennungs-Verwaltung.
Die bisher individuellen Träger-Portale bleiben noch weiter bestehen. Durch das neue gemeinsame Portal reduziert sich der gemeinsame Wartungs- und Pflegeaufwand für jeden einzelnen Träger.
Neuer Self-Service für Versicherte
Neben der bisherigen Meldung von Unfällen und neuer Mitgliedsbetriebe wurde ein neuer Versicherten-Self-Service geschaffen. Dort können zum Beispiel Fahrtkostenbelege fotografiert und mit wenigen Klicks elektronisch übermittelt werden. Die Daten kommen über eine sichere Verarbeitungsstrecke verschlüsselt beim jeweils zuständigen Träger im passenden Fachverfahren an, wo automatisch eine entsprechende Aufgabe für die Sachbearbeitung erzeugt wird.
Schnell für zukünftige Online-Verfahren anwendbar
Da SIGUV-Software identisch bei Berufsgenossenschaften wie Unfallkassen genutzt wird, bot es sich an, gleichzeitig einen Universaladapter für zukünftige Online-Verfahren zu entwickeln, der die genannten Vorteile bündelt und aufwandsarm für zukünftige OZG- oder ähnliche Online-Verfahren bereitgestellt werden kann. Damit können elektronische Daten und Dokumente aus unterschiedlichen Eingangskanälen schnell und flexibel verarbeitet werden. Somit wurden die Grundlagen für weitere OZG-Verfahren und -Funktionen gelegt.
Die beiden OZG-Koordinatoren Jürgen Renfer (KUVB) und Udo Keuter (BGV) haben dieses wichtige SIGUV-Vorhaben in laufender Abstimmung mit den jeweils Verantwortlichen bei den 13 SIGUV-Trägern zur Produktionsreife geführt. Eingebunden in das Projekt waren die SIGUV-Premiumpartner HDP GmbH, der technische SIGUV-Partner Novareto GmbH und das OZG-Gesamtprojekt der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
Abb. 1: Überblick: Prozesskette und Grob-Architektur. Quelle: KUVB/Renfer
Dafür waren am SIGUV-Kernsystem Cusa dank dessen bewährt flexiblen und modularen Aufbaus sowie des SIGUV-Universaladapters keine Änderungen erforderlich; Hausspezifika werden in Cusa bei Bedarf über ein hochflexibles Regelwerk konfiguriert. Den Universaladapter realisierte die Firma Novareto GmbH gemäß dafür erweiterter Gesamtarchitektur aus drei Komponenten:
- Datenimport (ozg.service)
- Multi-Konverter (ozg.transform)
- Transaktionsverarbeitung (Advanced Message Queuing)
Abb. 2: So funktioniert der SIGUV-Universaladapter für das Onlinezugangsgesetz. Quelle: Lars Walther
Ansprechpartner:
- Udo Keuter (BG Verkehr, Abteilungsleiter Organisation und Projekte, E-Mail: udo.keuter(at)bg-verkehr.de)
- Jürgen Renfer (Kommunale Unfallversicherung Bayern, Abteilungsleiter Informationstechnologie und IT-Sicherheitsbeauftragter, E-Mail: juergen.renfer(at)kuvb.de)
- Webcode: 21609577